Top 3 Freeware Videobearbeitung im Praxistest

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Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass ich doch mal etwas über Freeware Videobearbeitung schreiben soll. Mittlerweile sind die Datenraten so hoch, dass selbst hochauflösende Videos kein Problem mehr darstellen. Weder für das Internet zuhause noch für die mobilen Geräte unterwegs.

Gerade auch Tutorials für Blogs werden immer mehr von selbstgemachten Videos angereichert. Mit Hilfe von Programmen für die Videobearbeitung können die Videos mit Untertiteln, Erklärungen und Effekten versehen und in einem für das Web optimierten Größe und qualität gespeichert werden.

Ich stelle heute drei kostenlose Programme für die Videobearbeitung vor. Dabei will ich eine konkrete Aufgabe angehen und diese dann mit den verschiedenen Programmen so gut wie möglich ausführen. Und es gibt dabei auch eine große Überraschung.

Die Programme

  1. Windows Live Movie Maker (WLMM) /
    Windows Movie Maker (WMM) 2012, Build 16.4.3505.0912
  2. Avidemux 2.6, Windows 64bit Version
  3. Lightworks 11.0.3

Grün = komplett erledigte Aufgaben
Gelb = einige Aufgaben konnten nicht erledigt werden
Rot = Vorzeitiger Abbruch

Die Aufgabe

Als Aufgabe für die Videobearbeitung Tools habe ich mir folgende Teilaufgaben ausgedacht.

  1. Video im mp4 Format öffnen
  2. Anfang und Ende des Videos setzen
  3. Texteinblendung an einer beliebigen Position
  4. Videoschnitt mit Überblendeffekt
  5. Video speichern im HD Format

Originalvideo

Windows Live Movie Maker

Ich starte mit dem Windows Live Movie Maker (WLMM) bzw. wird er auch nur Windows Movie Maker (WMM) genannt. Ich werde hier die jeweilige Abkürzung verwenden.

Der Start von WMM geht sehr schnell und ich finde eine sehr aufgeräumte Oberfläche vor. Die meisten Icons sind ausgegraut, verständlich, da ich ja noch keine Datei geladen habe.

Aufgabe 1

Also klicke ich auf „Videos und Fotos hinzufügen“ und wähle meine Originaldatei aus. Der Import dauert ca. eine Minute. Danach habe ich auf der linken Seite kleine Icons, die die Keyframes meines Videos repräsentieren. Hier zeigen alle Icons das gleiche Bild und zwar vom Anfang des Videos. Damit ist dann auch schon Aufgabe 1 beendet.

Aufgabe 2

Im linken Fenster kann ich mit der linken Maustaste einen Keyframe auswählen, welches durch eine vertikale Linie visualisiert ist. Mit dem Kontextmenü (rechte Maustaste) und einem Klick auf Startpunkt festlegen, schneide ich den Anfang des Videos ab, den Endpunkt wähle ich genauso über das Kontextmenü aus. Das war bereits die zweite Aufgabe.

Aufgabe 3

Hier gibt es jetzt zwei Menüpunkte, die sich ähnlich anhören, aber unterschiedliche Dinge machen. „Titel“, fügt vor einer Szene einen Titelabschnitt ein, quasi das Gegenstück zum Abspann. „Bildtitel“ dagegen fügt einen Text in eine Szene ein, also genau das, was ich brauche.

Der Titel kann frei auf plaziert werden, Schriftfarbe – und größe, Anzeigedauer und Effekte sind auswählbar. Somit ist auch die dritte Aufgabe einfach und schnell gelöst.

Aufgabe 4

Nicht selten kommt es vor, bzw. fast immer, das mitten im Video ein Leerlauf entsteht oder Szenen unwichtig sind, vielleicht auch Personen durch das Bild laufen, die gar nicht im Video zu sehen sein dürfen, wenn dies veröffentlicht wird.

Wie ich es mit dem Start- und Endpunkt gemacht habe, so kann ich auch die Szene teilen. Im Moment sind auf der rechten Seite ja alle Bilder aneinandergehängt. Also wähle ich die Stelle aus, vor der ich Schneiden möchte und gehe im Kontextmenü auf „Teilen“. Mit der Stelle nach der ich Schneiden möchte, mache ich das gleiche. Somit ist unser Film jetzt in drei Teile unterteilt. Dann wähle ich die Szene aus, wähle unter „Animationen“ aus dem Menü den passenden Effekt und erhalte so schnell und einfach einen Übergang nach dem Schnitt. Hier ist ein bisschen Probieren gefragt, damit man zu einem guten Ergebnis kommt. Haken hinter der vierten Aufgabe.

Aufgabe 5

Auch dies ist im WMM sehr einfach. Ein klick auf „Film speichern“ öffnet ein Drop Down Menü mit den gängigsten Formaten. Mein gewünschtes Format 1280×720 ist nicht dabei oder verbirgt sich hinter einem der Namen, die ich allerdings nicht alle durchprobieren möchte. Daher wähle ich „Benutzerdefinierte Einstellung erstellen“ und erstelle mir einfach eine neue Schnelleinstellung. Der Film wird jetzt gespeichert, dies dauert bei mir ungefähr eine Minute. Danach sind ca. 10.700 Kb auf die Festplatte geschrieben. Das Video hat eine Länge von knapp 01:50 Minuten

Fazit Windows Movie Maker (WMM)

Das Fazit fällt positiv aus. Man sollte auch immer bedenken, dass es sich hier um ein kostenloses Programm handelt. Professionelle Filmer werden da zu anderen Programmen greifen. Ansonsten kann ich den Windows Movie Maker nur empfehlen.

Download

Avidemux

Avidemus ist sehr fix gestartet, liegt wohl aber auch an der spartanisch wirkenden Oberfläche. Bunte Buttons sucht man hier vergebens. Bei mir startet das Programm auch als Minifenster, kann aber vergrößert werden. Ich belasse es erst mal bei der kleinen Ansicht, der Entwickler hat sich bestimmt was dabei gedacht.

Aufgabe 1

Mit „File -> Open“ öffne ich meine Video Datei, was auch sehr schnell geht, dabei vergrößert sich jetzt das Fenster, allerdings nur in der Breite und geht jetzt über die Bildschirmgrenzen hinweg. Das ist zwar jetzt kein großes Problem, aber als Nutzer muss ich jetzt einen unnötigen Schritt ausführen und das Bild dann doch auf Vollbild stellen. Hätte man auch bereits mit dem Programmstart erledigen können. Noch ärgerlicher ist, das das Programm immer mit dem Minifenster startet, egal wie ich es verlassen habe.

Aufgabe 1 somit erfolgreich beendet.

Aufgabe 2

Avidemux hat keine Keyframeansicht wie Windows Movie Maker, sondern man benutzt hier einen Slider um durch das Video zu navigieren. Zuerst dachte ich, das dies nicht sehr präzise geht, bis mir auffiel, dass man hier an den „unsichtbaren“ Keyframes entlang geht mit dem Slider und er kurz „einrastet“ zwischen zwei Keyframes.

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Ich setzt jetzt den „Marker A“ auf den Beginn und „Marker B“ auf das Ende der auszuschneidenen Szene. Jetzt im „Edit“ Menü auf „Delete“ und schon ist der Teil ausgeschnitten, einfach wie Copy & Cut. Die Endposition des Videos bearbeite ich genauso. Zumindest würde ich das sehr gerne, wenn ich nicht folgenden Dialog erhalten hätte.

Das war jetzt sehr unerwartet und hatte eventuell etwas mit einem Klick auf den Slider zu tun. Der Slider funktioniert auch etwas ungewöhnlich. Schieben / Ziehen (sliden) kann man ihn ganz gut, aber ein Klick auf eine Position veranlasst ihn nicht an diese Stelle zu springen. Dies ist etwas gewöhnungsbedüftig.

Mit einen Klick auf „Ok“, schliesst sich wie befürchtet die ganze Anwendung. Gut, das wir noch nicht so viel daran gearbeitet haben, sonst wäre das jetzt ärgerlich. Nach dem Neustart der Anwendung wird der Crash noch mal mitgeteilt und ob man die Datei wieder laden möchte. Ob dann allerdings wirklich bereits gemachte Änderungen wiederhergestellt werden kann ich jetzt nicht sagen.

Nachdem mir Avidemux noch ein paarmal abgestürzt ist, fiel mir der Hinweis auf der Downloadseite wieder ein „If it crashes after loading a video, disable openGL in preferences“. Zwar passierte es mir nicht nach dem laden, aber evtl. könnte das helfen. Doch weit gefehlt. Nachdem ich openGL ausgeschaltet habe, kamen noch mehr Abstürze.

Ich beende Aufgabe 2 mit einem unguten Gefühl.

Aufgabe 3

Avidemux unterstützt keine Texte im Video. Zumindest nicht ohne Umwege. Durch einen Hinweis in einem Forum wusste ich, dass ich ein .png File mit dem Text erstellen musste um diesen dann über einen Filter mit Avidemux einbinden zu können.

Was soll ich sagen, nach unzähligen Versuchen und wahlweise mit verschiedenen Einstellungen für die .png Datei habe ich es dann aufgegeben. Die Datei „wäre“ wohl an die von mir angegebene Position gerendert worden, zumindest wenn Avidemux nicht ständig abstürzen würde. Mal davon abgesehen, das eine mit x und y einzugebene Position überhaupt keinen Komfort bietet.

Die dritte Aufgabe wird somit unzufrieden abgebrochen.

Aufgabe 4

Die vierte Aufgabe überspringe ich einfach. Warum? Das Ausschneiden auch aus der Mitte ist kein Problem mit dem „Marker A“ und „Marker B“ und „Delete“, aber Effekte sucht man, zumindest in der mir vorliegenden Version, vergebens. Alle Filter beziehen sich auf das Verbesserung oder Verändern des Videos, aber enthält keinerlei Effekte.

Aufgabe 5

Das Speichern funktioniert mit Avidemux einwandfrei. Auch hier können verschiedene Formate ausgewählt werden. Allerdings braucht man hier schon etwas mehr technisches Wissen über Video- und Audioformate.

Mit den von mir gewählten Einstellungen (Video: Mpeg4-AVC x264, Audio: AC3) erstellt Avidemus eine 15.016 Kb große Datei. Auch hier hat das Video eine Länge von knapp 1:50 Minuten.

Fazit Avidemux

Hier fällt mein Fazit leider nicht so positiv aus und jetzt soll mir keiner sagen, dass ich doch bessert die Linux Version benutzen sollte. Da eine Windows Version angeboten wird, kann ich davon aus gehen, das sie lauffähig und benutzbar ist. Gerade nicht ganz erfahrenen Benutzern kann ich nicht zu Avidemux raten. Ich bin schon experimentierfreudig, aber alles in allem habe ich die 3-4 fache Zeit für Avidemux gebraucht und das auch noch mit einem schlechteren Ergebnis.

Download

Lightworks 11.0.3

Direkt positiv fällt mir bei der Installation auf, dass es sich dabei um einen verifizierten Herausgeber handelt. Ich mag mich täuschen, aber bisher ist mir das nicht ins Auge gesprungen bei kostenloser Software.

Bei der Installation werde ich nach einer Zahl zwischen 1 und 2703 gefragt als eindeutiger Bezeichner für die Maschine. Ich nehme mal an, dass hier mein PC gemeint ist und nehme einfach die 500, da die bereits voreingestellte 1 nicht gewählt werden konnte.

Die Installation dauert ein wenig länger, etwa vergleichbar mit der Zeit des Windows Movie Makers. Nach der doch herben Enttäuschund mit Avidemux hoffe ich, dass sich die Wartezeit lohnt.

Lightworks startet relativ schnell und wartet dann mit einer Überraschung. Ich muss die „Freeware“ aktivieren, dazu muss ich einen Account eröffnen und einen Code anfordern. Auch wenn ich diese Art der Datensammlung nicht mag, registriere ich mich, schließlich will ich ja Lightworks testen. Sollte es sich lohnen, habe ich alles richtig gemacht.

Die Aktivierungsemail landete fast schon wie erwartet im Spam Ordner meines Gmx Accounts. Danach lief es aber reibungslos und ich konnte mit dem Code Lightworks aktivieren.

Aufgabe 1

Die Bedienung ist zwar ein wenig anders, aber schon recht einfach. Und genau jetzt stosse ich an das erste große Problem. Ich kann mein Originalvideo nicht laden, da meine Lizenz nicht für das Format ausreicht. Klug gemacht eigentlich. Der „Kunde“ hat jetzt bereits die Software geladen, er hat sich registriert und einen Code erhalten und jetzt gängeln wir ihn noch mit Ausschluss eines wichtigen Formates. Sehr nett, Danke!

Fazit Lightworks

Hier bin ich mehr als verärgert. Die Software wird als Freeware angepriesen, dann muss ich mich registrieren und einen Code anfordern. So weit, so gut. Aber das ich ein wichtiges Format nicht öffnen kann ist schon sehr schade. Natürlich könnte ich eine „Pro“ Mitgliedschaft abgeschliessen, die mich dann 50 Euro pro Jahr kosten würde. Ich entscheide mich dafür es nicht zu tun und breche daher hier ab. Eine Empfehlung möchte ich daher hier nicht ausstellen.

Möchte sich jemand trotzdem mal das Programm ansehen und hat keine Hemmungen auch Hürden zu überwinden, dann ist hier der Link dazu.

Gesamt Fazit

Mein eindeutiger Favorit ist …. Windows Movie Maker …. , welch eine Überraschung. Damit habe ich zu Beginn auch nicht gerechnet. Ich war auch persönlich sehr erstaunt, dass es im Freeware Bereich so wenig gute Software zur Videobearbeitung gibt.

Natürlich habe ich jetzt nicht alle Programme testen können, sondern habe mir einfach die „Top 3“ herausgepickt, wobei eigentlich nur der Windows Movie Maker ernst zu nehmen ist im Freeware Bereich.

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