VirtualBox virtueller Server als Alternative zu XAMPP und MAMP – Teil 1

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In den meisten Büchern über PHP Programmierung, wird in einem der ersten Kapitel die Möglichkeiten von XAMPP und MAMP besprochen. Diese beiden Tools sind Zusammenstellungen von den wichtigsten PHP Tools zur lokalen Entwicklung.

Leider wird dabei so gut wie immer das Einrichten eines virtuellen Servers auf Basis von VirtualBox ausgelassen. Dabei hat dies mehr wesentlich mehr Vorteile und die Installation ist nicht wesentlich komplizierter.

Der große Vorteil eines virtuellen Servers mit VirtualBox ist die Nähe an dem System, welches das Projekt auch später im Livesystem ausführt. In der Regel laufen PHP Anwendungen auf Linux Basis, es gibt zwar auch eine Reihe von Installationen auf Windows Systemen, aber die lasse ich hier mal aussen vor.

Auch viele Tutorials im Internet sind so geschrieben, dass sie auf einem virtuellen Server besser nachzuvollziehen sind, da ein virtueller Server sich genauso verhält wir ein Livesystem im Internet.

Außerdem ist es möglich mehrere virtuelle Server einzurichten und so das Zusammenspiel in einem Netzwerkverbund zu simulieren, wenn man z. B. eine große Anwendung programmiert, die bereits darauf ausgelegt werden soll.

Ubuntu, Debian, Suse oder Cent OS

Es gibt eine Reihe von Linux Distributionen. Alleine das Aufzählen dieser könnte schon einen Artikel füllen. Für meine virtuelle Umgebung habe ich mich allerdings für Ubuntu entschieden, weil auf meinem Liveserver auf Hosteurope auch Ubuntu installiert ist.

Am Anfang steht der Download

Als erstes laden wir die benötigten Programme herunter. Wir benötigen VirtualBox, das VirtualBox Extension Pack und Ubuntu. Bei der Auswahl von Ubuntu kann man sich für die Server oder die Desktop Variante entscheiden. Das spielt für das Zusammenspiel von PHP und Betriebssystem keine Rolle. Ein Vorteil ist, dass man unter Ubuntu Desktop einfach ein komplettes Betriebssystem mit GUI hat. Dies ist in der Server Variante nicht der Fall.

Ich brauche es nicht bunt

Ich habe mich für die Server Variante entschieden, da ich keinen Desktop innerhalb meines virtuellen Servers benötige. Außerdem wähle ich die aktuellste Ubuntu Server Version aus. Die LTS (long term support) Versionen sind für den produktiven Einsatz in einem Livesystem gedacht. Dies ist bei der lokalen Entwicklung nicht erforderlich.

Auch ob es sich um die 64bit oder 32bit Version handelt ist nicht so wichtig. Allerdings kam es gerade Anfangs zu Problemen mit den 64bit Versionen. Die ist jetzt allerdings nicht mehr der Fall. Ich selbst habe die 64bit Version seit einiger Zeit laufen und kam bisher nie in Schwierigkeiten.

Jetzt aber runter mit den Sachen

Ok, beginnen wir mit dem Download

Link: Ubuntu Server
Link: VirtualBox

Es spielt übrigens keine Rolle ob das Gastsystem (der heimische Desktop PC) als Betriebssystem Windows, Mac OS, Solaris oder Linux installiert hat. VirtualBox gibt es für all diese Betriebssysteme.

Das war es auch schon mit dem Download. Alles was sonst noch installiert werden muss, geschieht nachher in der virtuellen Umgebung.

Installation VirtualBox

Zuerst installiere ich VirtualBox. Da es sich dabei um ein normales Programm handelt, erkläre ich jetzt nicht wie die Installation abläuft. Daher machen wir gleich mit der Konfiguration weiter.

Konfiguration VirtualBox

Nachdem VirtuelBox installiert und gestartet ist, klicken wir auf „Neu“ um eine neue Maschine anzulegen.Der erste Dialog ist nur eine kurze Erklärung und kann mit „Weiter“ bestätigt werden.

Jetzt wir es schon interessanter. Der Name kann frei gewählt werden. In meinem Fall wähle ich blogweb01. Das 01 habe ich angehängt, weil ich im späteren Verlauf evtl. noch weitere Server hinzufügen will. Das web ist angehängt um zu zeigen, dass es sich dabei um einen Webserver handelt. Der zwar von außen nicht erreichbar ist, aber im Prinzip bei der Programmierung mein Webserver ist. Einen eigenen Datenbank Server würde ich in dem Fall blogdb01 nennen.

Als Betriebssystem wähle ich Linux und die Version ist Ubuntu (64bit). Ich habe allerdings auch schon mal Ubuntu ohne den Zusatz (64bit) ausgewählt und darauf trotzdem ein 64bit System installiert ohne Probleme.

Nach dem Klick auf „Weiter“ können wir die Größe des Arbeitsspeichers auswählen. Dies sollte entsprechend der darauf laufenden Anwendung angepasst werden.

Für einen einfachen Server reichen die empfohlenen 512MB normalerweise aus. Die Einstellung kann auch später noch angepasst werden.

Nach der Anpassung klicken wir auf „Weiter“ und richten unsere virtuelle Festplatte ein. Die Größe wird hier noch nicht festgelegt. Da wir eine neue Umgebung einrichten, lassen wir die Einstellungen wie sie sind und klicken auf „Weiter“.

In diesem Dialog kann die Art des Festplatten Containers bestimmt werden. Dies dient ausschließlich der Kompatibilität mit anderen Virtualisierungstools.

VDI (VirtualBox), VMDK (VMWare), VHD (Microsoft), HDD (Paralells)

Da ich allerdings ausschließlich mit VirtualBox arbeite, wähle ich VDI.

Nach „Weiter“ kann die Art der Festplattenspeicher Reservierung ausgewählt werden.

Dynamisch alloziert: Hier wird nur der Festplattenspeicherplatz auf dem Desktop PC benutzt, der für die virtuelle Umgebung benötigt wird. Dies kann in der Ausführung ein bisschen langsamer sein, als die feste Reservierung.

Feste Größe: Hier wird der komplette Speicherplatz reserviert, den wir im nächsten Schritt festlegen. Das heißt, es wird eine Festplattendatei erzeugt und dieser Speicher ist dann nicht mehr auf unserem Desktop PC verfügbar.

Ich wähle hier immer Dynamisch alloziert. Während des Betriebes sind mir bisher keine Nachteile entstanden.

Wenn wir jetzt auf „Weiter“ klicken, können wir auch endlich die Größe der virtuellen Festplatte und deren Speicherort bestimmen. Hier ist jetzt bereits der Name vorgegeben, den wir bereits am Anfang festgelegt haben. Mit einem Klick auf das Ordnersymbol können wir auch den Speicherort festlegen. Hierbei ist darauf zu achten, dass genug Speicher frei ist. Bei einer dynamisch allozierten Festplatte muss es nicht zwingend soviel Speicher sein, wie wir festlegen, aber es darf auch nicht zu knapp bemessen sein.

Ich wähle hier 20 GB aus. Das ist schon eine ordentliche Größe, aber man muss bedenken, dass dort ein komplettes Betriebssystem enthalten ist (ohne Benutzerinterface), aber man braucht ja auch Platz für die PHP Projekte. Teilweise kommt man mit 20 GB auch nicht hin. Meine aktuelle virtuelle Festplatte hat übrigens 60 GB. Eine nachträgliche Änderung ist nicht ganz so einfach, aber auch nicht unmöglich ist.

Mit Klick auf „Weiter“ sehen wir eine Zusammenfassung unserer Konfiguration und klicken auf „Erzeugen“.

Jetzt erhalten wir eine Zusammenfassung der Konfiguration des virtuellen Servers und klicken auf hier auf „Erzeugen“.

Endlich fertig! Manch einem scheint das jetzt relativ viel zu sein. Aber im Grund ist das innerhalb von 2-5 Minuten eingerichtet.

Fein Konfiguration

Wir haben zwar bereits eine lauffähige virtuelle Umgebung, aber darauf ist noch nichts installiert. Sie kann zwar schon gestartet werden, aber hat keinerlei weitergehende Funktionen.

Daher wählen wir im VirtualBox Manager unsere gerade erstellte virtuelle Maschine aus und klicken mit der rechten Maustaste darauf. Im Kontextmenü wählen wir „Ändern“ aus.

Wichtig für uns ist jetzt der Reiter „Massenspeicher“. Im linken Fenster sehen wir den IDE-Controller und darunter einen Eintrag mit einem CD / DVD Symbol und der Bezeichnung „leer“. Den Eintrag „leer“ wählen wir aus und klicken dann auf der rechten Seite unter „Attribute“ auf das CD / DVD Symbol. Es erscheint ein kleines Fenster und wir klicken hier auf „Datei für virtuelles CD/DVD-ROM-Medium auswählen…“.

Jetzt wählen wir im Dateibrowser die .iso Datei von Ubuntu aus, die wir vorhin runtergeladen haben. Diese ISO wird dann auch im linken Fenster angezeigt wo vorher noch „leer“ stand.

Jetzt müssen wir noch das Netzwerk konfigurieren. Standardmässig ist dort NAT ausgewählt. Ich benutze VirtualBox bereits seit einigen Jahren, aber diese Betriebsart habe ich nicht zum laufen bekommen. Daher wähle ich hier bei „Angeschlossen an“ „Netzwerkbrücke“ aus. Somit geht der Internettransfer der virtuellen Maschine über den Desktop PC. Nachteile habe ich darauf bisher keine gehabt.

Mit einem Klick auf „OK“ können wir die Fein Konfiguration abschliessen.

Let the show begin

Jetzt starten wir die virtuelle Maschine mit einem Rechtsklick und dann „Starten“ oder über das Menü.

Ist alles richtig konfiguriert, meldet sich jetzt das Installationsprogramm von Ubuntu und wir können die Sprache festlegen. Das ist wohl Geschmackssache, aber ich wähle hier „Deutsch“ aus und klicken „Enter“.

Im folgenden Dialog wählen wir „Ubuntu Server installieren“ aus und erhalten dann den Hinweis, dass das Installationsprogramm nicht komplett in der ausgewählten Sprache übersetzt ist. Das ist allerdings kein Problem und bestätigen das mit „Ja“.

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Hier können wir nun den Standort auswählen. In meinem Fall wäre das „Deutschland“.

Nun sollten wir das Tastaturlayout automatisch erkennen lassen.

Wenn man jetzt + und danach y auf der Tastatur drückt, dann sollte die Erkennung bereits abgeschlossen sein.

Jetzt beginn die eigentliche Installation und es werden zusätzliche Komponenten geladen und installiert.

Nach kurzer Zeit erscheint eine Frage zum Namen des Rechners. Ich habe es mir angewöhnt den gleichen Namen wie in der virtuellen Maschine zu benutzen. Daher gebe ich hier blogweb01 ein.

Als nächstes erscheint eine Frage bezüglich der Zeitzone. In der Regel sollte hier schon die richtige Zone vorgegeben sein. In unserem Fall wäre das „Europe/Berlin“.

In der Konfiguration der Festplatten innerhalb der virtuellen Maschine lasse ich alles auf Standard. Also „Geführt – gesamte Platte verwenden und LVM einrichten“.

Da es im folgenden Dialog nur einen Eintrag geben sollte, so wählen wir diesen aus.

Da ich davon ausgehe, dass jetzt alles ok ist, wählen wir nun „Ja“.

Auch bei der Größe der virtuellen Festplatte belassen wir die vorgegeben Einstellung. Somit wird der komplette Speicherplatz für unsere Ubuntu Installation benutzt.

Nach kurzer Zeit erscheint ein Bestätigungsdialog mit den gerade vorgenommenen Einstellungen. Diesen können wir bestätigen.

Die virtuelle Festplatte wird jetzt partitioniert und das Grundsystem installiert. Dies dauert einen Moment. Danach meldet sich das Installationsprogramm mit der Nachfrage des vollen Benutzernamens. Ich wähle hier für alle meine virtuellen Maschinen den gleichen vollen Benutzernamen, den gleichen Benutzernamen (Login) und das gleiche Passwort. Das erleichtert doch einiges und ist bei einem lokalen System nicht entscheidend. In einem Livesystem sieht das natürlich aus Sicherheitsgründen anders aus.

Das Passwort müssen wir zur Bestätigung noch mal eingeben. Danach bestätigen wir, dass der persönliche Ordner nicht verschlüsselt werden soll.

Die HTTP-Proxy Konfiguration lassen wir leer und bestätigen dies.

Jetzt dauert es wieder einen Moment indem das Installationsprogramm Konfigurationen vornimmt und die Installation fortgesetzt wird.

Danach erscheint die Nachfrage der Updates. Ubuntu kann automatische Updates durchführen, die der Sicherheit dienen. Ob das bei einem lokalen System erforderlich ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich lasse die automatische Aktualisierung zu, da ich mich darum später nicht kümmern möchte.

Nun erscheint die Softwareauswahl. Hier kann bereits alles notwendige für den späteren Betrieb als Server Entwicklungsumgebung ausgewählt werden.

Ich wähle hier „OpenSSH Server“ und „LAMP Server“ aus. Sollten wir hinterher noch weitere Pakete benötigen, dann installieren wir diese je nach Bedarf.

Die Installation der ausgewählten Programmpakete dauert jetzt etwas länger. Zwischendrin wird noch die Konfiguration des MySQL Servers nachgefragt.

Insbesondere das Passwort für den root Benutzer ist hier zu nennen. Man kann das Passwort leer lassen. Auch dies sollte man auf einem Produktivsystem nicht tun.

Nach der Auswahl wird die Installation fortgesetzt. Bei mir erschien übrigens die Nachfrage nach dem MySQL root Passwort ein zweites und ein drittes Mal. Auch hier habe ich das Passwort wieder leer gelassen.

Wenn alles soweit installiert ist, kommt noch eine Bestätigungseite für die Installation des GRUB Bootloaders. Dieser installiert sich in den Master Boot Record der virtuellen Festplatte. Auch dies bestätigen wir mit „Ja“.

Die Installation ist jetzt abgeschlossen. Wenn wir nun auf „Weiter“ gehen, wird das frisch installierte Ubuntu gestartet und wir können uns mit den vorher festgelegten Daten einloggen. In meinem Fall ist es bloguser und bloguser.

Das System ist jetzt fertig eingerichtet. Es fehlt noch die Apache Konfiguration, damit wir auf unser System zugreifen können.

Das folgt im zweiten Teil des Tutorials.

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4 Gedanken zu „VirtualBox virtueller Server als Alternative zu XAMPP und MAMP – Teil 1

  1. Vielen Dank! Leider hatte ich in letzter Zeit Urlaub 😉 Daher kam bisher noch nichts neues. Das wird sich in nächster Zeit wieder ändern.

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